„Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft“

Einer Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung folgend, kam Thomas Lukow aus Berlin, um vor den Schülerinnen und Schülern der Berufsschule und FOSBOS zum Thema „MfS – Untersuchungsanstalt Hohenschönhausen“ zu referieren.

Obwohl im 30. Jubiläumsjahr des Mauerfalls die Schülerinnen und Schüler die Deutsche Teilung nicht mehr selbst erlebten, hatten sie durch die lebendigen Schilderungen von Thomas Lukow die Möglichkeit, in die Begebenheiten der Deutschen Demokratischen Republik - einem Unrechtsstaat - einzutauchen. Die Hasserziehung auf „den Westen“ begann bereits in der Kinderkrippe und sollte jeden DDR-Bürger entindividualisieren und vom Sozialismus überzeugen.

Thomas Lukow, 1959 geboren, wuchs zunächst systemkonform auf, durchlief die jungen Pioniere und trat der FDJ bei. Dort eckte er jedoch später an, als er in der alternativen Musikszene aktiv wurde.

Sein Wunsch nach Freiheit verstärkte sich und der starre Sozialismus passte nicht zu seinem jugendlichen Drang nach Selbstverwirklichung. Daher wollte er „ohne Plan“ aus der DDR über die damalige Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich flüchten. Nichtsahnend, dass ihn das Ministerium für Staatssicherheit wegen seiner Westkontakte bereits im Visier hatte. Seine Republikflucht endete zunächst im Gefängnis von Bratislava und führte ihn über ein Prager Gefängnis nach Ost-Berlin, in die Hände der Staatssicherheit und in die Untersuchungsanstalt Hohenschönhausen. Dort wurden die Häftlinge und auch Lukow durch „operativ-psychologische Beeinflussung“ zu Geständnissen oder zur Mitarbeit als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) angeregt. Ziel war es, die Persönlichkeit zu zersetzen und zu zerstören.

Das Rechtsstaatsprinzip war in der DDR im Vergleich zur BRD umgekehrt. Die Angeklagten mussten ihre Unschuld beweisen, nicht der Staat die Schuld des mutmaßlichen Täters. Das System der Deutschen Demokratischen Republik, in dem weder das Parlament entschied (alle politischen Entscheidungen wurden in Moskau getroffen), noch demokratische Wahlen stattfanden, verurteilte ihn wegen versuchter Republikflucht. Er saß zwanzig Monate im Gefängnis in Bautzen II ab.

Von den 16 Millionen DDR-Bürgern existierten zur Wende von fünf Millionen eine eigene Stasi-Akte mit durchschnittlich 2000 Seiten über das gesamte Privatleben. Die Akte von Thomas Lukow enthielt 600 Seiten persönliche Informationen. Die Mehrheit, die nicht bespitzelt wurde, „hatte sich eingerichtet“. Viele Menschen leben auch heute noch gerne in Diktaturen, da es bequem ist und sie keine Verantwortung tragen müssen, da der Staat die Dinge regelt, so Lukow. Der Referent schloss mit dem Appell an die Jugendlichen, dass „Demokratie eben nicht immer einfach ist, aber es sich lohnt, dafür einzutreten“.

Johannes Mehringer

 

BMW-Werk Regensburg - der Herzschlag ist 57 Sekunden

Als die neuen Schülerinnen und Schüler gleich in der ersten Schulwoche im Rahmen der Fachpraktischen Ausbildung an der FOSBOS Amberg ins BMW-Werk nach Regensburg fuhren, ahnten viele von ihnen noch nicht, wie spannend und beeindruckend die Produktion eines Autos ist und dass der Herzschlag der BMW-Produktion in Regensburg tatsächlich 57 Sekunden beträgt. Allerdings stellt sich einem gleich die Frage, ein Werk kann doch gar keinen Herzschlag haben?

Ja, das stimmt. Vielmehr ist damit die Taktzeit gemeint. Genau genommen verlässt alle 57 Sekunden ein fertiges Auto – welches übrigens aus 27.000 Teilen besteht - das Fließband bzw. alle 57 Sekunden wird ein neues gefertigt.

Durch die Betriebsbesichtigung erhielten die Schülerinnen und Schüler in erster Linie einen Einblick in die Welt der Wirtschaft, genau genommen der Wirtschaftlichkeit und Kosten. Ein Aspekt der im BWR-Unterricht immer wieder reflektiert wird.

Ein weiterer Punkt, der unmittelbar mit den Kosten und der Wirtschaftlichkeit zusammenhängt, ist die Digitalisierung. Auch BMW ist im Zeitalter von Industrie 4.0 angekommen. So liegt beispielsweise im Karosseriebau der Grad der Automation bei 98 Prozent. Ganz ohne Menschen geht es dann aber auch nicht. Denn in der Montage ist der Prozentsatz genau andersherum. Auch sonst spielt der Mensch eine große Rolle bei BMW. Die Produktion ist möglichst ergonomisch und mitarbeiterfreundlich. BMW handelt aber auch umweltfreundlich. Ein Großteil der Lieferungen erfolgt mittlerweile über das Schienennetz. Ganz im Sinne des aktuellen Zeitgeistes.

Heidi Selch-Witt

 

Auftreten wie ein Profi

Wie wirke ich? Was sage ich? Was ziehe ich an?

Auch in Zeiten der Digitalisierung sind gute Umgangsformen ein entscheidender Weichensteller, um beim Eintritt in die Arbeitswelt erfolgreich zu sein. "Gute Manieren sind immer in Mode."

Die sozialen „Spielregeln“ der Berufswelt zu kennen und zu beherrschen, war Ziel der eintägigen Kurse, die unter fachkundiger Anleitung von Frau Barth, einer professionellen Knigge-Trainerin, in diesem Schuljahr erstmalig für die künftigen Praktikantinnen und Praktikanten der FOSBOS Amberg angeboten wurden.

Ob Small Talk, Kleiderordnung oder Tischkultur – ein professioneller Auftritt will gelernt sein. Schließlich zählt Business-Etikette heute noch zu den entscheidenden Soft Skills. Durch souveränes Verhalten steigern junge Menschen ihr Selbstbewusstsein und verschaffen sich so mehr Akzeptanz bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden.

Neben fachlichem Input erhielten die angehenden Praktikantinnen und Praktikanten vielfach die Gelegenheit, das erworbene Wissen in praktischen Übungen und Rollenspielen anzuwenden und sich in Gruppendiskussion über ihre Erfahrungen austauschen. Dabei konnten sie unmittelbar erfahren und erleben, unter welchen Bedingungen Teamarbeit gut gelingt.

Im Anschluss an das Seminar kommentierte ein Schüler: „Mir war nicht bewusst, wie wichtig der erste Eindruck wirklich ist und was es im Umgang mit anderen so alles zu beachten gibt. In Zukunft werde ich ganz sicher stärker darauf schauen.“

Herzlichen Dank noch einmal an Frau Barth für die abwechslungsreichen und überaus gewinnbringenden Seminartage!

Weitere Bilder finden Sie hier.

Annette Heinritz

 

Ehrung unserer vier TOP-Praktikanten

Unter den etwa 180 Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe der FOS Amberg gab es auch im vergangenen Schuljahr wieder viele, die ihr halbjähriges Praktikum mit sehr guten und guten Leistungen absolvierten.

Vier von ihnen konnten - aufgrund ihrer herausragenden Ergebnisse in der jeweiligen Ausbildungsrichtung - den diesjährigen Wettbewerb unter dem Motto „Mach dich zum TOP-Praktikanten der FOSBOS!“ für sich entscheiden.

Im Rahmen der Einführungsveranstaltung zur Fachpraktischen Ausbildung für unsere "neuen 11. Klässler" wurden sie nun durch unsere langjährigen Praktikumspartner und Sponsoren mit einem Geldbetrag in Höhe von 50 Euro sowie einer Ehrenurkunde geehrt.

Die Auszeichnung als beste Praktikanten ihrer Ausbildungsrichtung der FOSBOS erhielten: Magali Pitrasch (Sozialwesen), Sahra Schlüchtermann (Gesundheit), Linda Schwendner (Technik) und Laurenz Fischer (Wirtschaft)

Unser ausdrücklicher Dank geht an dieser Stelle nochmals an die Sponsoren des diesjährigen Wettbewerbs: das Klinikum Sankt Marien, die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach, die Sparkasse Amberg-Sulzbach und den Elternbeirat unserer Schule.

Annette Heinritz